Extinction Rebellion

Marx sagt, die Revolutionen sind die Lokomotive der Weltgeschichte. Aber vielleicht ist dem gänzlich anders. Vielleicht sind die Revolutionen der Griff des in diesem Zug reisenden Menschengeschlechtes nach der Notbremse.
Walter Benjamin

Fast alles ist gut

Kirsten Fuchs schwelg im Magazin in der Gutheit des Menschen:

Wir sind soooo viel besser, als wir es über uns glauben. Wieso denken wir so schlecht von uns?

[…] Wir sind die, die sich an die Straßenverkehrsregeln halten und an die Gesetze. Wir sind die, die ohne Androhung von Strafen und ohne Aussicht auf Belohnung einfach nur so auf der Rolltreppe meistens rechts stehen, um links Menschen vorbeizulassen, die es eiliger haben.

Wie viele Leute brüllen sich am Tag im Straßenverkehr an und töten sich nicht? Hauen sich nicht mal, wie angekündigt, aufs Maul? Wie viele Frauen wischen auf öffentlichen Toiletten die Klobrille ab, nachdem sie im Stehen uriniert haben? Für die nächste Frau, falls die sich hinsetzen will. Einfach so. Die Kindergartenkinder üben mit Besteck zu essen, die Schulkinder kippeln und lernen, sich zu melden, wenn sie eine Frage haben.

Und wir reden immer nur über die Idioten, regen uns auf über Leute, die sich aufregen. Wir ziehen uns ständig die Idioten rein, als wären wir idiotenabhängig oder so.

Kirsten Fuchs – Die beste Medizin der Welt in Das Magazin Januar 2019

Es gab mal 2012 so einen extremen Stromausfall in Indien und die Leute sind eben nicht übereinander hergefallen. Hatte ich mal gelesen. Ich habe es nicht geschafft nochmal die Quelle wiederzufinden. Kein Problem, Berichte über Plünderungen nach dem Hurrikan Katrina 2005 zu finden.

Passt alles gut zum Saalehochwasser 2013.

Gott oder Geld

Das Verlangen nach Gott, bzw. Spiritualität ist dasselbe wie das Verlangen nach Geld. Beides beruht auf dem Missverständnis, dass ein separates Selbst als „Ego“ nach etwas ausserhalb seiner selbst sucht, ob das nun Gott oder materieller Gewinn ist.

Satyam Nadeen (via: http://www.zenartblog.com/)

Oder wie die GfKler sagen: Gott und Geld sind Strategien zur Bedürfnisbefriedigung – aber eben keine tatsächlichen Bedürfnisse.

Handlung und Meditation

Von Anscombe gibt es diese Geschichte:

Was tut der Mann? Ein Mann pumpt Wasser in einen Tank, der ein bestimmtes Haus mit Trinkwasser versorgt. Eine andere Person hat herausgefunden, wie man die Quelle sy­stematisch mit einem kumulativ wirkenden tödlichen Gift ver­seuchen kann, dessen Wirkungen unbemerkt bleiben, bis keine Heilung mehr möglich ist. Das Haus wird regelmäßig von einer kleinen Gruppe von Parteiführern und deren Angehörigen be­wohnt. Diese Gruppe beherrscht einen großen Staat; sie hat sich der Judenvernichtung verschrieben und plant vielleicht einen Weltkrieg. – Die Person, die das Trinkwasser verseucht, hat sich überlegt: Falls diese Leute getötet werden, kommen gute Menschen an die Macht, die ein gerechtes Regiment füh­ren oder sogar den Himmel auf Erden verwirklichen und allen Menschen ein glückliches Leben gewährleisten. Diese Überle­gung und die Tatsache der Vergiftung hat der Betreffende dem Mann mitgeteilt, der die Pumpe bedient. Der Tod der Haus­bewohner wird natürlich alle möglichen sonstigen Wirkungen nach sich ziehen, beispielsweise, dass eine Reihe von Personen, die den beiden unbekannt sind, Erbschaften antreten werden, über die sie ebenfalls nichts wissen.

Der Arm unseres Mannes geht auf und ab, auf und ab. Be­stimmte Muskeln mit lateinischen, den Medizinern vertrauten Namen ziehen sich zusammen und entspannen sich. … Der in Bewegung begriffene Arm wirft einen Schatten auf einen Steingarten, wo er an einer Stelle einen merk­würdigen Effekt hervorruft, so dass man – aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen – den Eindruck gewinnt, ein Gesicht blicke aus dem Steingarten heraus. Außerdem klappert die Pumpe und hämmert damit einen wahrnehmbaren Rhythmus.

Nun lautet unsere Frage: Was tut dieser Mann? Wie lautet die Beschreibung seiner Handlung? (G.E.M. Anscombe – Absicht)

Wie beantwortet ein meditationserfahrener Mensch diese Frage?