Vince Ebert

Ach ja, da hat ja der gelernte Naturwissenschftler in seinem Büchlein „Denken Sie selbst“ ganz tolle Ansichten:

Der Ausdruck «Moral» kommt aus dem lateinischen mos -Sitte, Brauch, Gewohnheit, Charakter und bezeichnet das, was als richtiges Handeln eines Einzelnen oder einer Gruppe angesehen wird. Und hier fangen die Schwierigkeiten schon an. Bei den Azteken gehörte es zum guten Ton, jeden Sonntag beim Gottesdienst einem auserwählten Opfer bei lebendigem Leib das Herz herauszureißen. Das war nicht schön, aber zu der Zeit ein moralisches Muss. Für einen Taliban gebietet es die Moral nach wie vor, Frauen wie Sklaven zu halten. Und weil Sex mit dem gleichen Geschlecht irgendwie igittigitt ist, sind für jeden tiefgläubigen Juden, Christen und Muslim Homosexuelle unmoralische Kreaturen. Das lässt vermuten, die Sache mit der Moral kommt immer dann ins Spiel, wenn einem die Argumente ausgehen.

Und dann eine Seite weiter der totale Unfug:

Anscheinend gibt es in uns ein tiefverwurzeltes Gefühl für Gerechtigkeit (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ich muss weder das Grundgesetz noch die Bibel oder den Koran gelesen haben, muss nicht an Gott, an Buddha oder Mohammed glauben, um zu wissen, dass Mord, Diebstahl oder Ehebruch ein Verbrechen ist.

Da wird wieder so getan als ob Monogamie und Eigentum genetisch fixiert sind. Und was bitte schön ist ein Verbrechen.

GoogleStreetView

Ach, ich weiß nicht. „Die Menschen in diesem Land“ sind für Überwachungskameras, biometrische Pässe, ELENA und was sonst noch so staatlich oder privat-sicherheitstechnisch eingeführt wird. Zumindest findet Kritik an dieser Überwachungshysterie nur in den üblichen Kreisen statt. Aber jetzt, wo olle Google durch die Straßen fährt, regt sich der Volkszorn. Da stimmt was nicht.

Invasion der Weltretter

Jetzt habe ich in letzter Zeit so Psychokram von drei Autoren gelesen:

Und alle drei beschreiben das Zusammenleben von Menschen. Rosenberg mit seinem Apparat Beobachtung-Gefühl-Bedürfnis-Bitte, deMause mit seinem Zusammenhang zwischen Art der Kindererziehung und Gesellschaft und Peck mit seiner Methode der echten Gemeinschaftsbildung Pseudogemeinschaft-Chaos-Leere-Gemeinschaft. Alles schön und gut. Aber warum müssen sich alle drei zu vollständigen Weltrettungsfantasien aufschwingen im Sinne von: Wenn alle gewaltfrei kommunizieren/ihre Kinder unterstützend erziehen/nach echter Gemeinschaft trachten, dann wird alles gut.

Das ist genauso sinnlos absolut wie politische Lösungen. Die klassischen Kommunisten heben das Privateigentum an Produktionsmitteln auf, die Freiwirtschaftler schaffen die Zinsen ab. Und die Kritischen Theoretiker machen auch bloß das Gegenteil, die finden alles so Scheiße, dass man überhaupt michts machen kann.

Von den Reliogionsstiftern Jesus, Mohammed und Co. will ich gar nicht erst reden.

Keiner hat die Bescheidenheit einfach nur zu sagen: Seht ich habe dieses oder jenes herausgefunden, das hat für mich oder für 10, 100, 10.000 Leute für 3 Tage oder 20 Jahre funktioniert, lasst uns mal probieren ob sich das wiederholen/verbessern/verallgemeinern lässt.