MEW 25, 507

Auf der Titelseite der aktuellen analyse & kritik:

In einem Produktionssystem, wo der ganze Zusammenhang des Reproduktionsprozesses auf dem Kredit beruht, wenn da der Kredit plötzlich aufhört und nur noch bare Zahlung gilt, muss augenscheinlich eine Krise eintreten, ein gewaltsamer Andrang nach Zahlungsmitteln. Auf den ersten Blick stellt sich daher die ganze Krise nur als Kreditkrise und Geldkrise dar. Und in der Tat handelt es sich nur um die Konvertibilität der Wechsel in Geld. Aber diese Wechsel repräsentieren der Mehrzahl nach wirkliche Käufe und Verkäufe, deren das gesellschaftliche Bedürfnis weit überschreitende Ausdehnung schließlich der ganzen Krise zugrunde liegt. Daneben aber stellt auch die ungeheure Masse dieser Wechsel bloße Schwindelgeschäfte vor, die jetzt ans Tageslicht kommen und platzen; ferner mit fremdem Kapital getriebene, aber verunglückte Spekulationen; endlich Warenkapitale, die entwertet oder gar unverkäuflich sind, oder Rückflüsse, die nie mehr einkommen können. Das ganze künstliche System gewaltsamer Ausdehnung des Repro-duktionsprozesses kann natürlich nicht dadurch kuriert werden, dass nun etwa eine Bank, z. B. die Bank von England, in ihrem Papier allen Schwindlern das fehlende Kapital gibt und die sämtlichen entwerteten Waren zu ihren alten Nominalwerten kauft. Übrigens erscheint hier alles verdreht, da in dieser papiernen Welt nirgendswo der reale Preis und seine realen Momente erscheinen, sondern nur Barren, Hartgeld, Noten, Wechsel, Wertpapiere. Namentlich in den Zentren, wo das ganze Geldgeschäft des Landes zusammengedrängt, wie London, erscheint diese Verkehrung; der ganze Vorgang wird unbegreiflich; weniger schon in den Zentren der Produktion. (Quelle)

Die Geschichte verteidigt die Gegenwart

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet über 4600 Jahre alte Gräber bei Eulau:

«Ganz liebevoll wurden die Toten von den Überlebenden bestattet», erklärte Meller. «Es wurden zudem die Familienbeziehungen analysiert. In einem etwa 4600 Jahre alten Grab halten sich Vater, Mutter und zwei Kinder noch im Tode bei den Händen», sagte Meller. Sie seien von Gesicht zu Gesicht blickend bestattet worden, ihre Zuneigung wurde damit noch im Tode ausgedrückt. «Das ist sehr beeindruckend und zeigt, dass Liebe, Familie eine Grundlage des menschlichen Verhaltens sind und dass die Menschen damals das Gleiche ersehnt haben wie wir heute.»

Ob das wohl eine Ausgrabung im Auftrag der Bundesverdienstmutter von der Leyen ist. Wenigstens wird nicht verschwiegen, dass nebenan zwei erschlagene Männer begraben liegen. Dort wird nicht der Schluss gezogen, dass Liebe Hass und  Familie Gewalt Grundlagen des menschlichen Verhaltens sind und dass die Menschen damals das Gleiche ersehnt haben wie wir heute.

Mal wieder Banksy

Der unbekannte Herr Banksy ist auch der Meinung das die Werbeindustrie eine Menge kreative Köpfe verbraucht:

“The thing I hate the most about advertising is that it attracts all the bright, creative and ambitious young people, leaving us mainly with the slow and self-obsessed to become our artists. Modern art is a disaster area. Never in the field of human history has so much been used by so many to say so little.”

via turnbasedliving

Neidische Schöngeister

Ich bin auf den Artikel: „Why Do Intellectuals Oppose Capitalism?“ von Robert Nozick aus dem Jahre 1997 gestoßen.

Grundthese: Die Intellektuellen waren in der Schule hochgelobte, Erfolg versprechende Superstars. So wie meinereiner, der Rezititations- und Argumentationswettbewerbe gewann. Später nagen sie zwar nicht am Hungertuch. Aber in der Erfolgshierarchie stehen sie doch weit unter Popstars, erfolgreichen Unternehmern oder von Geburt an Reichen.