Wenn man den Künstler kennt…

So eine Videoinstallation im Keller des Volksparks. „ecken lecken“ von Jonathan Steffens. Ich kenne Jonathan aus einer kurzen gemeinsamen Zeit in einem Wohnprojekt. Es ist immer etwas anderes, angenehm besonderes, Kunst von jemandem „zu konsumieren“, den man zumindest flüchtig kennt.

Dieses Besondere passt zu Walter Benjamins „Kunstwerk im Zeitalter seiner Reproduzierbarkeit“ und seiner These, dass das Kunstwerk mit seiner Reproduzierbarkeit seine Aura verliert.

Für mich erhält ein Kunstwerk, dessen Erschafferin ich auch nur flüchtig kenne, einen Teil seiner Aura zurück. Es ist sicherlich auch die Anonymität der bürgerlichen Gesellschaft, die dazu führt, dass sich Kunst wesentlich verändert.

Auf der einen Seite Mammutkonzerte mit Viedeoleinwänden – auf der anderen Seite kleine intime Veranstaltungen mit Leuten aus der eigenen Stadt. Oder Unterrichten als eine Art Schauspielerei vor über Jahre stabilen Publikumsgruppen.

Wie sähe Kunst in einer emanzipierten Gesellschaft aus? Was macht es mit Kunst, wenn es für die Künstlerin selbstverständlich ist, Kunst für Fremde zu machen. Theaterleute kennen das und denken schon lange über die Vierte Wand nach.

Grüße von Augusto Boal und seinem Theater der Unterdrückten.

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