Archiv für den Monat November 2018

Handlung und Meditation

Von Anscombe gibt es diese Geschichte:

Was tut der Mann? Ein Mann pumpt Wasser in einen Tank, der ein bestimmtes Haus mit Trinkwasser versorgt. Eine andere Person hat herausgefunden, wie man die Quelle sy­stematisch mit einem kumulativ wirkenden tödlichen Gift ver­seuchen kann, dessen Wirkungen unbemerkt bleiben, bis keine Heilung mehr möglich ist. Das Haus wird regelmäßig von einer kleinen Gruppe von Parteiführern und deren Angehörigen be­wohnt. Diese Gruppe beherrscht einen großen Staat; sie hat sich der Judenvernichtung verschrieben und plant vielleicht einen Weltkrieg. – Die Person, die das Trinkwasser verseucht, hat sich überlegt: Falls diese Leute getötet werden, kommen gute Menschen an die Macht, die ein gerechtes Regiment füh­ren oder sogar den Himmel auf Erden verwirklichen und allen Menschen ein glückliches Leben gewährleisten. Diese Überle­gung und die Tatsache der Vergiftung hat der Betreffende dem Mann mitgeteilt, der die Pumpe bedient. Der Tod der Haus­bewohner wird natürlich alle möglichen sonstigen Wirkungen nach sich ziehen, beispielsweise, dass eine Reihe von Personen, die den beiden unbekannt sind, Erbschaften antreten werden, über die sie ebenfalls nichts wissen.

Der Arm unseres Mannes geht auf und ab, auf und ab. Be­stimmte Muskeln mit lateinischen, den Medizinern vertrauten Namen ziehen sich zusammen und entspannen sich. … Der in Bewegung begriffene Arm wirft einen Schatten auf einen Steingarten, wo er an einer Stelle einen merk­würdigen Effekt hervorruft, so dass man – aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen – den Eindruck gewinnt, ein Gesicht blicke aus dem Steingarten heraus. Außerdem klappert die Pumpe und hämmert damit einen wahrnehmbaren Rhythmus.

Nun lautet unsere Frage: Was tut dieser Mann? Wie lautet die Beschreibung seiner Handlung? (G.E.M. Anscombe – Absicht)

Wie beantwortet ein meditationserfahrener Mensch diese Frage?

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Carmen

Carmen an der Schillerbühne. 100% konventionell inszeniert. Ein Plot der zur Tragödie wird, weil eine Frau, eine Zigeunerin, ihr Ding durchzieht. Ein feministisches Stück ohne SchnickSchnack. Assoziationen:

Und musst du weinen,
dann liebe eine Frau,
doch liebe keine, doch liebe keine,
doch liebe keine ausm Tagebau.

Die haben harte Hände und ein hartes Herz,
die streiten ohne Ende und die sterben früh.
Die suchen ein Vergnügen und finden nur den Schmerz.
Die können lügen, aber leben können die nie.

  • Und natürlich Gerhard Henschels Menetekel – 3000 Jahre Untergang des Abendlandes. Dieser Almanach der Misogynie, der aufzeigt, wie die Überzeugung tief in unserer Kultur verwurzelt ist: „Alles wird immer schlimmer und daran ist die Frau schuld.“