Todesliste

Auch wenn die Story schnell gegoogelt ist und auf lauter Karriere-Coaching-Seiten rumdümpelt, ich hab sie mir in Leipzig auf’m GFK-Seminar angehört:

Es herrscht große Aufruhr im Wald! Das Gerücht geht um, der Bär habe eine Todesliste. Alle fragen sich, wer denn nun da drauf steht.

Als erster nimmt der Hirsch allen Mut zusammen und geht zum Bären und fragt ihn:”Sag mal Bär, stimmt das du eine Liste hast, auf der steht, wer bald sterben muss.“ „Ja,“ sagt der Bär. „Und steh‘ ich auch auf deiner Liste?” – “Ja,” sagt der Bär “auch dein Name steht auf der Liste.” Voll Angst dreht sich der Hirsch um und geht. Und wirklich, nach zwei Tagen wird der er tot aufgefunden.

Die Angst bei den Waldbewohner steigt immer mehr und die Gerüchteküche um die Frage, wer denn nun auf der Liste stehe, brodelt.

Der Keiler ist der nächste,  der den Bär aufsucht, um ihn zu fragen, ob er auch auf der Liste stehe. “Ja” antwortet der Bär “auch du stehst auf der Liste”. Verängstigt verabschiedet sich der Keiler vom Bären. Und auch ihn fand man nach 2 Tagen tot auf.

Nun bricht endgültig Panik bei den Waldbewohnern aus. Nur der Hase traut sich noch den Bären aufzusuchen. “Bär, steh ich auch auf der Liste?” – “Ja, auch du stehst auf der Liste” – “Kannst du mich da streichen?” – “Ja klar, kein Problem.”

Vielfalt der Kulturen

Ein Mädchen aus der 7. Klasse, das aus dem Kosovo stammt: „Dass ich mir meinen Mann nicht selber aussuchen kann, daran habe ich mich schon gewöhnt. Hauptsache die suchen mir nicht so einen vom Dorf aus, sondern einen der wenigstens auch in Deutschland aufgewachsen ist.“

Seelenverwandtschaft

Da traf ein Schwerverletzter nach ein paar Wochen den Chirurgen wieder, der ihn operiert hatte und wollte sich mit ihm über seinen Fall unterhalten.
Der Chirurg musste zugeben, dass er nur gebrochene Beine und Arme sähe und keine Menschen, brauchte die Akten um sich zu erinnern.
Das kam mir bekannt vor mit meinen 200 Schülern, die ich im Stundentakt mit Wissen abfülle, deren Namen ich kaum kenne. Zeilen in meinem Notenbuch.

Alles immer schlimmer

Beim MDR Videotext gelesen. Die sonstigen Meldungen über die Neuigkeiten aus der Welt des Kleinen Mannes. Verteilt auf die drei Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt:

  • Eine Frau fiel mit ihrem Kind vom Fahrrad
  • Ein Einfamilienhaus brannte ab
  • Eine Laube brannte dank eines selbst gebauten Kamins ab.

Warum es wohl so wichtig ist, über die kleinen Katastrophen zu berichten. Hätte nicht die Kunde von einem gelungen Kuchen oder einer höchst befriedigenden Liebesnacht ähnliche Berechtigung vermeldet zu werden.

Geht auch ohne Teamfähigkeit

Unter „Historische Mission 2“ und „Nachtrag zum krähenden Kapital“ orakelte ich über den teamfähigen Untertan, den die neue motivationsgestütze Ausbeutung braucht. Ist jedoch alles halb so wild, kann schon sein, dass die Google-Programmierer zwischendurch Tischtennis spielen und 10% ihrer bezahlten Arbeitszeit für private Entwicklungen verplempern dürfen. In der Autoindustrie geht es schon wieder anders zu: Weiterlesen „Geht auch ohne Teamfähigkeit“

Ein Loblied auf die nonverbale Komminakation

Karl-Heinz Dellwo sinniert darüber, warum 1990 ein Interview mit RAF-Angehörigen von Schauspielern nachgesprochen werden musste:

Die menschliche Stimme ist etwas, worüber man Zugang zu den Personen gewinnt. Du kriegst einen Eindruck, ob jemand irrational oder hysterisch ist, verlogen oder arrogant, das steckt in der Stimme mit drin. Das Bild, das man von der RAF kreiert hatte, war so, daß wir da in unseren Zellen sitzen, das Messer in der Hand, und auf die erste Gelegenheit warten, zustechen zu können. Daran sollte nicht gerüttelt werden. (konkret 1/2009)

Das passt gut zu meinen Ausflügen in die Kommunewelt, wo ich planvolle, nachdenkliche, normale Menschen getroffen habe. Und die Schwierigkeit  meine Erlebnisse Leuten zu vermitteln, für die Kommune 68er Spektakel heißt oder öko-esoterischer Unfug.