Leben in Tschernobyl

Auf arte gab es eine Dokumentation über die Rückkehr der Natur. Und die Natur ist herrlich komplex:

  • Ja es kreucht und fleucht dort in der verbotenen Zone und es laufen keine S.T.A.L.K.E.R.-Mutationen rum. Auf dem Reaktor nisten Vögel. Aber der geschulte Beobachter stellt fest: die Artenvielfalt fällt mit dem Grad der Verseuchung.
  • An den besonders verseuchten Gegenden wachsen statt Kiefern Birken, deren Zellkern ist weniger komplex und bietet damit weniger Möglichkeiten für Mutationen.
  • Strontium und Cäsium werden von den Organismen mit Kalium und Kalzium verwechselt und an deren Stelle eingebaut. So darf man Tschernobylkirschen bedenkenlos vom Baum naschen, muss aber unbedingt den Kern ausspucken.
  • Besonders verbreitet sind Mäuse. Die sehen auch richtig gesund aus. Aber die Organe, die sich mit Entgiftung beschäftigen, etwa die Nebennieren sind verändert.
  • Schwalben haben häufig Mutationen. Zum Beispiel weiße Flecken im Gefieder, wie sie sonst nur in Paris oder Moskau aufgrund der Umweltverschmutzung aufteten.
  • Ein Biologe fragte sich, warum es keine Expeditionen der internationalen Atomenergiebehörde in die Zone gibt.

Das schwere Los der Eigenarbeit

Bei Figaro gab es einen Mitschnitt eines Vortrags von Marianne Gronemeyer an den Franckeschen Stiftungen. Der Vortrag hat das Gütesiegel der krisis-Gruppe, da findet sich der Text in ähnlicher Form. Das heißt, selbst im öffentlich-rechtlichen Feuilleton kommt langsam die Erkenntnis an, dass was faul ist am protestantischen Arbeitsethos und dem unsäglichen „Endlich wieder Arbeit – Raus aus Hartz IVWeiterlesen „Das schwere Los der Eigenarbeit“

Aufklärung

In der Abschlussprüfung sollten die Schüler erörtern, ob die Aufklärung gescheitert sei. Da passte ganz gut so ein Vortrag von Geert Hendrich „Der ‘homo islamicus’ und die Aufklärung“ dazu:

http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Faktualitaet%2Fvortrag-der-homo-islamicus-und-die-aufklarung-mp3Vortrag – Der homo islamicus und die Aufklärung.mp3

In meiner Mitschrift steht:

  • Aufklärung ist kein Zustand.
  • Aufklärung ist ständiges Ringen des Subjekts um Mündigkeit.
  • Aufklärung ist ein unabschließbarer Prozess.
  • Aufklärung ist ständige Krise.
  • Aufklärung ist Selbstreflexivwerden einer Kultur.
  • Gegenaufklärung ist Versöhnung durch Wiederverzauberung.

Islamistenzoo

Hamed Abdel-Samad unterscheidet in der E&W vom Mai ganz unaufgeregt „drei Formen der Radikalisierung unter muslimischen Einwanderern, die oft mit einander vermischt und allesamt fälschlicherweise als „islamisch“ interpretiert werden.“

  • archaischer Konservatismus – Dörfler mit niedlichen Trachten und ekeligen Ehrenmorden
  • Eskapismus – arme Jugendliche bilden die berüchtigten „Türken-Banden“
  • religiöser Avantgardismus„Die Avantgardisten nehmen generell Abstand von den traditionellen islamischen Vereinen und sehen sich als Vorhut einer politisch-religiösen Revolution.“