Gedächtnislücken

In Halle wird so ein DDR-Film gedreht. Und hinter meiner Schule steht so ein altes DDR-Gebäude. Das hat man zu einer HO-Kaufhalle gemacht, indem die Schaufenster DDR-typisch ausgestalltet wurden.

Und nun erkenne ich wohl die Verpackungen der ehemaligen Grundnahrungsmittel. Aber ich bin mir total unsicher: Wahr es wirklich so, dass im Schaufenster eines Lebensmittelladens so Würfelzuckerschachteln aufgetürmt lagen und ein Bild von Erich Honecker hing.

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Mal wieder Aufbau Ost

Vor zwei Jahren wurde im Zentrum von Halle so ein Hochhaus abgerissen, begleitet von folgendem Schild:

Steghochhaus1

Nun wird das Nachbarhaus abgerissen. Das neue Schild für den gleichen Sachverhalt wurde grundlegend überarbeitet:

Steghochhaus2

Mandy's Bar in der Krise

Im Netz schwirrt so eine Geschichte, die erklären soll,  wie Krise funktioniert.

Die Geschichte gefällt attac, weil: Der Kredit, das raffende Kapital und die bösen Banker waren’s. Und die Krise heißt Finanzkrise und nicht Wirtschafts- oder Überproduktionskrise.

Werte-Gedöns

Mein Gewerkschaftsvorsitzender Ulrich Thöne und die ganze Februarausgabe der „Erziehung und Wissenschaft“ rühren in der Wertediskussionssuppe:

„Was du nicht willst, das man die tut, das füg‘ auch keinem andern zu“ – ist die sprichwörtliche Form einer universellen ethischen Regel, die auf Kants Kategorischem Imperativ beruht: „Handele nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, das sie allgemeines Gesetz werde.“

Nun bin ich ja nicht so bewandert in klassischer bürgerlicher Philosophie. Aber bei dem ersten Satz stolpere ich über ritzende EMOs, ProAnas, Extrempiercer, Kamikaze-Piloten, Selbstmordattentäter – das ganze selbszerstörerische Elend. So ein SuicidBomber, für den es das Größte ist, sich selbst und andere in die Luft zu jagen – der fügt ja nun gerade mit mörderischer Konsequenz sich und anderen dasselbe zu.

Na ja, jedenfalls ist selbst die viel gescholtene Wikipedia schlauer als der Herr Thöne.

baader-meinhof-hitler-komplex

“Wer den Untergang gesehen hat, braucht diesen Film nicht zu sehen. Wer den Untergang nicht gesehen hat, kann diesen Film ansehen, dann hat er im Prinzip auch den Untergang gesehen, aber eigentlich braucht, wer den Untergang nicht gesehen hat, auch diesen Film nicht zu sehen. Wer den Untergang nicht gesehen hat und den Baader-Meinhof-Komplex nicht gesehen hat, der wird schon bald zu einer kleinen, hochqualifizierten Minderheit gehören, die Auskunft geben kann, wie das eigentlich war, 1945 oder 1977.”

via gedankenträger