KZ Hohnstein

Damals als die AfD noch nicht im Bundestag saß, damals als rassistische Angriffe wütender weißer Männer noch als Ausnahmen erschienen, da war ich manchmal so in KZ-Gedenkstätten. Was ich dort sah, schien mir unendlich fern – wie Folterkammern aus dem Mittelalter.

Heute war ich im KZ Hohnstein. Kurz nach dem die NSDAP durch einen völlig legalen demokratischen Prozess an die Macht gekommen war, wurden in kürzester Zeit KZs geschaffen. In das KZ Hohnstein wurden innerhalb weniger Monate 5.000 Menschen verschleppt.

Es fühlte sich diesmal weniger fern an, eher bedrohlich aktuell.

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Krishnamurti

Der Mensch kann nichts anderes sein als das, was er ist.
Was immer er ist, er wird eine Gesellschaft schaffen, die ihn widerspiegelt.
U.G. Krishnamurti

Und den Menschen gibt es nicht. Es gibt Menschen, die sind überzeugt, der Mensch sei des Menschen Wolf und überhaupt ein Kotzbrocken. Es gibt Menschen, die sind überzeugt, der Mensch sei von Grund auf gut. Wieder andere setzen auf den Hype der Epigenetik. Und alle diese Menschen schaffen gemeinsam die Gesellschaft.

Fundamentalismus

Was Kluges von Willigis Jäger:

Fundamentalismus ist der Sieg der Angst über einen nicht mehr kontrollierbaren Fortschritt. Er versteht sich als die eine »Wahrheit«, die nicht mehr hinterfragt werden darf, und missachtet die Erkenntnisse der heutigen Wissenschaft. Dieser Fundamentalismus ist in allen Religionen zu finden. Er bedroht die Freiheit des Menschen und auch die Freiheit der Veränderung. Er ist in der katholischen Kirche genauso zu Hause wie in anderen Religionen. Dem Mündigwerden der Christen steht im Fundamentalismus eine Art Kindertrotz gegenüber, der sich weigert, erwachsen zu werden. Die Märtyrerideologie der jungen Muslime, die sich in die Luft sprengen, um sofort ins Paradies zu kommen und auch andere zu retten, stellt eine extreme Form des weltweit neu erwachenden Fundamentalismus dar. Während der Opfertod Jesu von den Theologen längst relativiert wurde, wird er in den Gemeinden noch immer verkündet. […] Paulus durfte noch sagen: »Unser Wissen ist Stückwerk.« Damals gab es noch keine absolute Wahrheit und kein unfehlbares Lehramt.

Stammt aus einem Büchlein von 2012.

Nature vs. Nurture

Passt alles zusammen. Dieser Teil aus Zeitgeist3 erscheint mir schlüssig. Die menschliche Natur besteht darin, bestimmte Bedürfnisse zu haben. Menschen, die vor ihrer Geburt oder in frühester Kindheit erlebt/gelernt haben, dass das Leben ziemlich hart ist, tendieren eher zu destruktiven Bedürfnisbefriedigungsstrategien (Abhängigkeit bzw. Gewalttätigkeit), als solche Menschen, die ihr Leben in Geborgenheit beginnen.
Vielleicht sind die ganzen Meditationstechniken und spirituellen Praxen Wege/Versuche die Dämonen der frühen Kindheit zu besänftigen.

Umvolkung

Die Ausstellung Klimagewalten findet Hinweise darauf, dass es auch früher schon Umvolkungen gegeben hat.
So wurde etwa Europa vor 34 Millionen Jahren während der Grande Coupure von asiatischen Horden überrollt:

NEUES TRIFFT AUF ALTES
Aufgrund der geografischen und klimatischen Umwälzungen vollzog sich in der Säugetierwelt Europas ein markanter Umbruch. So verdrängten nach der Verlandung der Turgal-Meeresstraße asiatische Arten viele ansässige Formen, die letztlich ausstarben. Unter den Kleinsäugern erschienen in Europa erstmals moderne Nagetiere (Hamster, Biber, Hörnchen). Die Beuteltiere, die Insektenfresserfamilie Nyctitherndae und die Nagerfamilien Pseudosciuridae und Gliridae (Schliefer) überlebten hingegen. Offenbar hatten sie unter den Neuankömmlingen keine Konkurrenten.

Und vor 20 Millionen Jahren wurde Europa von afrikanischen Rüsseltieren überrannt:

ARTENAUSTAUSCH ZWISCHEN AFRIKA UND EURASIEN
Aufgrund geologisch-klimatischer Veränderungen entstand vor etwa 20 Mio. Jahren (frühes Miozän) eine Landbrücke von Afrika über die arabische Halbinsel nach Eurasien. Auf diesem Wege gelangten einige afrikanische Arten (Afrotheria) nach Eurasien, z.B. die Rüsseltiere. Viel mehr Arten jedoch gingen den umgekehrten Weg. Diese modernen Säugetiere aus dem eurasisch-nordamerikanischen Raum erreichten Afrika in großer Zahl und verdrängten die dort ansässige Tierwelt. Von den altafrikanischen Arten überlebten bis heute nur die Elefanten und Klippschliefer. Die für uns typischen Tiere der afrikanischen Savannen – Zebras, Antilopen, Löwen etc.- stammen ursprünglich aus Europa, Asien oder Amerika (Pferd).