Arbeit und Demokratie

So ein Filmchen: „Creating Freedom – The Lottery of Birth“ denkt über „alles“ nach. Allerlei zeitgenössische Denker, wie etwa Daniel Dennett, Vandana Shiva oder Howard Zinn denken über das Gutsein und die Freiheit in Zeiten des Liberalismus nach:

Spannend fand ich den Part über Arbeit:

  • Lohnarbeit heißt Abgabe von demokratischen Bürgerrechten. Als Bürger habe ich Versammlungs- und Redefreiheit, Anspruch auf Privatsphäre und ich darf wählen, wer mich regiert. Auf viele dieser Privilegien verzichte ich als Angestellter.
  • Der sicherste Weg, Arbeit auszuhalten, ist, deren Ideologie zu verinnerlichen – das Stockholmsyndrom in der Arbeitswelt. Paul Lafargue lässt grüßen.
  • Gehorsamkeit verschiebt die Macht nach oben.

Ich habe den Film über Amazon geguckt.

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Rosenberg und die Seenotrettung

Es gibt von Marshall Rosenberg, dem mit der Gewaltfreien Kommunikation, folgende Geschichte:

„Stellen Sie sich vor, Sie kommen an einem Fluss vorbei und sehen ein Baby im Wasser treiben, das gegen das Ertrinken kämpft. Selbstverständlich springen Sie in das Wasser und retten das Kind. Kaum haben Sie es aus dem Wasser gezogen, sehen Sie zwei weitere Babys im Fluss. Also springen Sie wieder rein und ziehen auch diese beiden aus dem Wasser. Dann tauchen plötzlich noch mehr – drei, vier, fünf Babys im Wasser auf. Sie haben Glück und treffen jemanden am Ufer, den Sie um Hilfe bitten können. Wann hören Sie auf, die Babys aus dem Wasser zu ziehen und gehen flussaufwärts, um nachzusehen, wer eigentlich die Babys ins Wasser wirft?“

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Von Irish Defence Forces – https://www.flickr.com/photos/dfmagazine/18898637736/, CC BY 2.0, Link

Elefant im Raum

Die einen klatschen seit über 100 Jahren oder länger Leute auf, die ihnen nicht in den Kram passen.

Die anderen kümmern sich um Diversität und fordern Toleranz für jedes Wesen. Erst nur für Frauen und Schwarze, jetzt für Transgender, …

Weder die einen noch die anderen reden oft über den Kapitalismus, dieses menschengemachte, veränderbare Verhältnis, das unser aller Leben wesentlich beeinflusst.

Abtörnende YogaWerbung

Yoga als Mittel, um als Privilegierter in einer widersprüchlichen Welt nicht durchzudrehen. Genau das, was Marshall Rosenberg mit „Übersetzender Spiritualität“ meinte:

Ich habe Leute gesehen, die Buddhas Worte gehört und auf eine Art interpretiert haben, die sie zu einer übersetzenden Spiritualität geführt hat. Diese Menschen sind dann einfach nur nette, ruhige, ordentliche und meditierende Wesen, die hoffen, dass ihre gute Energie sich ausbreiten wird. Die Welt um sie herum besteht jedoch genauso fort, wie sie immer war. Ich denke, diese Art von Spiritualität lässt unsere Probleme nur weiter bestehen.

Wahrheit

Der Philosoph Gustav Heckmann, Mitte/Ende 20. Jh. aktiv, der mit dem Sokratischen Gespräch, sagte über die Wahrheit:

Heute sprechen wir nicht mehr so unbefangen von Wahrheit wie früher. Das Streben nach Wahrheit und der Anspruch, die Wahrheit in einer bestimmten Frage erkannt zu haben, werden vielfach als Vermessenheit empfunden. Vom Sokratischen Standpunkt aus möchte ich dazu folgendes sagen:
Wenn wir im Sokratischen Gespräch Konsensus über eine Aussage erreicht haben, dann hat dieser den Charakter des Vorläufigen: Bis auf weiteres bestehen keine Zweifel mehr an der erarbeiteten Aussage. Jedoch kann uns ein bisher nicht erwogener Gesichtspunkt in den Blick kommen, der neue Zweifel hervorruft. Dann muss die bisher nicht mehr angezweifelte Aussage von neuem geprüft werden. Niemals aber wird eine Aussage erreicht, die neuer Revisionsbedürftigkeit grundsätzlich entzogen wäre.

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