Die Bartholomäusnacht

Wie es aussieht, wenn sich Leute in grundlegenden Fragen nicht einigen können:La masacre de San Bartolomé, por François Dubois.jpg
Von François DuboisMusée cantonal des Beaux-Arts., Gemeinfrei, Link

So wie die Entwicklung gerade läuft, werde ich wohl zu den demnächst Progromierten gehören, linksgrünversifft & genderwahnsinnig wie ich bin.

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Handlung und Meditation

Von Anscombe gibt es diese Geschichte:

Was tut der Mann? Ein Mann pumpt Wasser in einen Tank, der ein bestimmtes Haus mit Trinkwasser versorgt. Eine andere Person hat herausgefunden, wie man die Quelle sy­stematisch mit einem kumulativ wirkenden tödlichen Gift ver­seuchen kann, dessen Wirkungen unbemerkt bleiben, bis keine Heilung mehr möglich ist. Das Haus wird regelmäßig von einer kleinen Gruppe von Parteiführern und deren Angehörigen be­wohnt. Diese Gruppe beherrscht einen großen Staat; sie hat sich der Judenvernichtung verschrieben und plant vielleicht einen Weltkrieg. – Die Person, die das Trinkwasser verseucht, hat sich überlegt: Falls diese Leute getötet werden, kommen gute Menschen an die Macht, die ein gerechtes Regiment füh­ren oder sogar den Himmel auf Erden verwirklichen und allen Menschen ein glückliches Leben gewährleisten. Diese Überle­gung und die Tatsache der Vergiftung hat der Betreffende dem Mann mitgeteilt, der die Pumpe bedient. Der Tod der Haus­bewohner wird natürlich alle möglichen sonstigen Wirkungen nach sich ziehen, beispielsweise, dass eine Reihe von Personen, die den beiden unbekannt sind, Erbschaften antreten werden, über die sie ebenfalls nichts wissen.

Der Arm unseres Mannes geht auf und ab, auf und ab. Be­stimmte Muskeln mit lateinischen, den Medizinern vertrauten Namen ziehen sich zusammen und entspannen sich. … Der in Bewegung begriffene Arm wirft einen Schatten auf einen Steingarten, wo er an einer Stelle einen merk­würdigen Effekt hervorruft, so dass man – aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen – den Eindruck gewinnt, ein Gesicht blicke aus dem Steingarten heraus. Außerdem klappert die Pumpe und hämmert damit einen wahrnehmbaren Rhythmus.

Nun lautet unsere Frage: Was tut dieser Mann? Wie lautet die Beschreibung seiner Handlung? (G.E.M. Anscombe – Absicht)

Wie beantwortet ein meditationserfahrener Mensch diese Frage?

Carmen

Carmen an der Schillerbühne. 100% konventionell inszeniert. Ein Plot der zur Tragödie wird, weil eine Frau, eine Zigeunerin, ihr Ding durchzieht. Ein feministisches Stück ohne SchnickSchnack. Assoziationen:

Und musst du weinen,
dann liebe eine Frau,
doch liebe keine, doch liebe keine,
doch liebe keine ausm Tagebau.

Die haben harte Hände und ein hartes Herz,
die streiten ohne Ende und die sterben früh.
Die suchen ein Vergnügen und finden nur den Schmerz.
Die können lügen, aber leben können die nie.

  • Und natürlich Gerhard Henschels Menetekel – 3000 Jahre Untergang des Abendlandes. Dieser Almanach der Misogynie, der aufzeigt, wie die Überzeugung tief in unserer Kultur verwurzelt ist: „Alles wird immer schlimmer und daran ist die Frau schuld.“

 

Arbeit und Demokratie

So ein Filmchen: „Creating Freedom – The Lottery of Birth“ denkt über „alles“ nach. Allerlei zeitgenössische Denker, wie etwa Daniel Dennett, Vandana Shiva oder Howard Zinn denken über das Gutsein und die Freiheit in Zeiten des Liberalismus nach:

Spannend fand ich den Part über Arbeit:

  • Lohnarbeit heißt Abgabe von demokratischen Bürgerrechten. Als Bürger habe ich Versammlungs- und Redefreiheit, Anspruch auf Privatsphäre und ich darf wählen, wer mich regiert. Auf viele dieser Privilegien verzichte ich als Angestellter.
  • Der sicherste Weg, Arbeit auszuhalten, ist, deren Ideologie zu verinnerlichen – das Stockholmsyndrom in der Arbeitswelt. Paul Lafargue lässt grüßen.
  • Gehorsamkeit verschiebt die Macht nach oben.

Ich habe den Film über Amazon geguckt.

Rosenberg und die Seenotrettung

Es gibt von Marshall Rosenberg, dem mit der Gewaltfreien Kommunikation, folgende Geschichte:

„Stellen Sie sich vor, Sie kommen an einem Fluss vorbei und sehen ein Baby im Wasser treiben, das gegen das Ertrinken kämpft. Selbstverständlich springen Sie in das Wasser und retten das Kind. Kaum haben Sie es aus dem Wasser gezogen, sehen Sie zwei weitere Babys im Fluss. Also springen Sie wieder rein und ziehen auch diese beiden aus dem Wasser. Dann tauchen plötzlich noch mehr – drei, vier, fünf Babys im Wasser auf. Sie haben Glück und treffen jemanden am Ufer, den Sie um Hilfe bitten können. Wann hören Sie auf, die Babys aus dem Wasser zu ziehen und gehen flussaufwärts, um nachzusehen, wer eigentlich die Babys ins Wasser wirft?“

LE Eithne Operation Triton.jpg
Von Irish Defence Forces – https://www.flickr.com/photos/dfmagazine/18898637736/, CC BY 2.0, Link

Elefant im Raum

Die einen klatschen seit über 100 Jahren oder länger Leute auf, die ihnen nicht in den Kram passen.

Die anderen kümmern sich um Diversität und fordern Toleranz für jedes Wesen. Erst nur für Frauen und Schwarze, jetzt für Transgender, …

Weder die einen noch die anderen reden oft über den Kapitalismus, dieses menschengemachte, veränderbare Verhältnis, das unser aller Leben wesentlich beeinflusst.