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Carmen

Carmen an der Schillerbühne. 100% konventionell inszeniert. Ein Plot der zur Tragödie wird, weil eine Frau, eine Zigeunerin, ihr Ding durchzieht. Ein feministisches Stück ohne SchnickSchnack. Assoziationen:

Und musst du weinen,
dann liebe eine Frau,
doch liebe keine, doch liebe keine,
doch liebe keine ausm Tagebau.

Die haben harte Hände und ein hartes Herz,
die streiten ohne Ende und die sterben früh.
Die suchen ein Vergnügen und finden nur den Schmerz.
Die können lügen, aber leben können die nie.

  • Und natürlich Gerhard Henschels Menetekel – 3000 Jahre Untergang des Abendlandes. Dieser Almanach der Misogynie, der aufzeigt, wie die Überzeugung tief in unserer Kultur verwurzelt ist: „Alles wird immer schlimmer und daran ist die Frau schuld.“

 

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Stiefkind Autofahrer

Im Novemberamtsblatt von Halle bringt es die CDU-FDP-Fraktion auf  Seite 4 auf den Punkt:

In einer Großstadt wie Halle stehen verschiedene Möglichkeiten zur Fortbewegung zur Verfügung. Man kann seine Wege zu Fuß oder per Fahrrad erledigen, die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen oder aber das Auto nutzen. Ganz nach Belieben. Oder doch nicht? Während nämlich die drei Erstgenannten Verkehrsmittel, die des sogenannten Umweltverbundes, in unserer Stadt Priorität genießen, wird der motorisierte Individualverkehr – sprich die Autofahrer – eher stiefmütterlich behandelt.

Während Fußgänger und Radfahrer sich ungehindert im öffentlichen Raum bewegen dürfen, ist diese Freiheit Autofahrern weitgehend verwehrt. Man sehe sich dazu nur einmal den Flächennutzungsplan von Halle an. Die Flächen auf denen sich Autofahrer bewegen dürfen, verschwinden geradezu im Vergleich zu den riesigen Feld-, Wald- und Wohnflächen. Und das obwohl immer mehr Fahrzeuge über Allradantrieb verfügen. Auf den winzigen ihnen noch verbliebenen Flächen sehen sie sich von einer Flut von Regeln und Vorschriften gegängelt: Vorgeschriebene Fahrtrichtungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Ampeln, Parkverbote, … Während immer mehr Einbahnstraßen für Radfahrer in beiden Richtungen geöffnet werden, breiten sich die Tempo-30-Zonen immer weiter aus. Radfahrer dürfen ihre Fahrzeuge nahezu überall abstellen. Nur einige mutige Eigentümer greifen durch Verbotsschilder ein, um diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. Warum sind die schönsten Plätze und Straßen Fußgängern und Radfahrern vorbehalten – Autofahrer hingegen werden auf hässliche Umgehungsstraßen ausgelagert. Wollen auch sie mal das Zentrum von Halle erleben, müssen sie ihre Fahrzeuge kostenpflichtig in unterirdischen Bunkern verstecken. Für Radfahrer ist es selbstverständlich, etwa die Ausrüstung für eine Grillparty oder Sportgeräte in die grünen Parks von Halle zu transportieren. Darf ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug seinen Grill auf eine städtische Wiese bringen – Fehlanzeige. Es bleibt dabei:

Der motorisierte Individualverkehr (MIV) bleibt weiterhin das Stiefkind hallescher Verkehrspolitik.

ForeSightFilmfestival

Einer der Preisträger des ForeSightFilmfestivals ist:

Einen Tag später gibt es Deutschland aktuell 03/2015, die Werbebroschüre der Bundesregierung. Der Aufmacherartikel heißt: „So wird das Einkaufen bequemer“:

Wer kennt das nicht? Man steht im Supermarkt, will fürs Wochenende einkaufen – und hat den Einkaufszettel zu Hause vergessen. Krampfhaft versucht man, sich zu erinnern, man irrt durch den Laden, aber wichtige Zutaten fürs Sonntagsessen hat man garantiert vergessen. Dafür kauft man Sachen, die gar nicht auf dem Zettel standen und die man eigentlich auch gar nicht braucht. Spaßig ist das nicht.

Hightech verspricht Lösungen:

  • Der Kühlschrank hilft
  • Der Einkaufswagen kennt die Wünsche
  • Waren haben ein eigenes Gedächtnis

Nur marginale Unterschiede zwischen bitterböser Satire und Realität.