Archiv der Kategorie: Spiritualität

Fundamentalismus

Was Kluges von Willigis Jäger:

Fundamentalismus ist der Sieg der Angst über einen nicht mehr kontrollierbaren Fortschritt. Er versteht sich als die eine »Wahrheit«, die nicht mehr hinterfragt werden darf, und missachtet die Erkenntnisse der heutigen Wissenschaft. Dieser Fundamentalismus ist in allen Religionen zu finden. Er bedroht die Freiheit des Menschen und auch die Freiheit der Veränderung. Er ist in der katholischen Kirche genauso zu Hause wie in anderen Religionen. Dem Mündigwerden der Christen steht im Fundamentalismus eine Art Kindertrotz gegenüber, der sich weigert, erwachsen zu werden. Die Märtyrerideologie der jungen Muslime, die sich in die Luft sprengen, um sofort ins Paradies zu kommen und auch andere zu retten, stellt eine extreme Form des weltweit neu erwachenden Fundamentalismus dar. Während der Opfertod Jesu von den Theologen längst relativiert wurde, wird er in den Gemeinden noch immer verkündet. […] Paulus durfte noch sagen: »Unser Wissen ist Stückwerk.« Damals gab es noch keine absolute Wahrheit und kein unfehlbares Lehramt.

Stammt aus einem Büchlein von 2012.

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consciousness & yoga

Anil Seth singt das bekannte Lied des Konstruktivismus, verweist darauf, wie unser Gehirn/Bewusstsein/wer-auch-immer uns einen kruden Mix aus Sinneswahrnehmung und unbewusster Interpretation durch Vorerfahrung als „Wirklichkeit“ anbietet. Soweit, so Watzlawick.
Was für mich inspirierend war: ICH bin keine alleinige Funktion des Gehirns sondern ICH bin aufs Engste mit meiner Lebendigkeit, mit meinem Körper verknüpft. Und hier wird deutlich, wohin die Reise geht, wenn ich Yoga betreibe oder eine andere Technik um hinter das Affengeschnatter zu schauen, wenn ich auf das lausche, was bleibt in der Stille. Wäre mein Bewusstsein eine reine Funktion des Gehirns, dann wäre da für den Atheisten rein gar nichts ohne das Affengeschnatter. Aber so wird klar, dass es um eine Spurensuche nach der eigenen Lebendigkeit auf einem präkulturellem Niveau geht:

Jakobus 2:26

Bei „The Walking Dead“ (St. 6 – F. 9 – 13:00) entdeckt:

„Genauso wie der menschliche Leib ohne den Lebensgeist tot ist, so ist auch der Glaube ohne entsprechende Taten tot.“

Und das wird bei TWD ja zur Genüge getan. Den Glauben an das Leben mit Taten füllen.

 

Sonnenwende

An einem Sonnenwendfeuer auf einem Hügel mit Blick auf Halle saßen Leute. Sie sangen:

Erde meine Mutter, Himmel mein Vater.
Feuer, Erde, Wasser und Luft.Ich bin.

Mir wuselt der Vorspann von BigBangTheory durch den Kopf und Carl Sagans Pale Blue Dot. Der Urknall, Mathematik und Logik. Aristoteles, Kant, Wittgenstein, Newton, Russell. Physik, Chemie, Biologie,…

Urknall mein Vater, Evolution meine Mutter.
Wasserstoff und Sternenstaub.
Milliarden Jahre Leben.
Ein paar Tausend Jahre Menschheitsgeschichte.
Ich bin.

Das erste Lied soll sich auf Zeiten beziehen, in denen die Grenzen des Wissens mit den Grenzen der sinnlich erfahrbaren Welt zusammenfielen. Die Grenzen des Wissens heute, haben uns in Bereiche geführt, die nicht mehr sinnlich erfahrbar sind. Welchen Einfluss das wohl auf unsere Spiritualität hat.