Archiv der Kategorie: Gleichnis

Handlung und Meditation

Von Anscombe gibt es diese Geschichte:

Was tut der Mann? Ein Mann pumpt Wasser in einen Tank, der ein bestimmtes Haus mit Trinkwasser versorgt. Eine andere Person hat herausgefunden, wie man die Quelle sy­stematisch mit einem kumulativ wirkenden tödlichen Gift ver­seuchen kann, dessen Wirkungen unbemerkt bleiben, bis keine Heilung mehr möglich ist. Das Haus wird regelmäßig von einer kleinen Gruppe von Parteiführern und deren Angehörigen be­wohnt. Diese Gruppe beherrscht einen großen Staat; sie hat sich der Judenvernichtung verschrieben und plant vielleicht einen Weltkrieg. – Die Person, die das Trinkwasser verseucht, hat sich überlegt: Falls diese Leute getötet werden, kommen gute Menschen an die Macht, die ein gerechtes Regiment füh­ren oder sogar den Himmel auf Erden verwirklichen und allen Menschen ein glückliches Leben gewährleisten. Diese Überle­gung und die Tatsache der Vergiftung hat der Betreffende dem Mann mitgeteilt, der die Pumpe bedient. Der Tod der Haus­bewohner wird natürlich alle möglichen sonstigen Wirkungen nach sich ziehen, beispielsweise, dass eine Reihe von Personen, die den beiden unbekannt sind, Erbschaften antreten werden, über die sie ebenfalls nichts wissen.

Der Arm unseres Mannes geht auf und ab, auf und ab. Be­stimmte Muskeln mit lateinischen, den Medizinern vertrauten Namen ziehen sich zusammen und entspannen sich. … Der in Bewegung begriffene Arm wirft einen Schatten auf einen Steingarten, wo er an einer Stelle einen merk­würdigen Effekt hervorruft, so dass man – aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen – den Eindruck gewinnt, ein Gesicht blicke aus dem Steingarten heraus. Außerdem klappert die Pumpe und hämmert damit einen wahrnehmbaren Rhythmus.

Nun lautet unsere Frage: Was tut dieser Mann? Wie lautet die Beschreibung seiner Handlung? (G.E.M. Anscombe – Absicht)

Wie beantwortet ein meditationserfahrener Mensch diese Frage?

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Zombies und Wutbürger

Die rassistischen Traditionen im Osten lange vor Rostock-Lichtenhagen. Diese Geschichte mit dem Bus voll Geflüchteter, der in Clausnitz blockiert wurde. Und jetzt der aktuelle Wahlkampf mit den Merkel-muss-weg-Demonstranten:

Das alles erinnert mich schon an sowas hier:

Ein Gegenüber, das wie ein Mensch aussieht. Dieses Gegenüber reagiert aber nicht auf rationale Argumente. Es tritt in immer größer werdenden Rudeln auf und bedroht den braven Bürger in seiner gesicherten Existenz.

Und wirklich in Joachim Körbers „Die Philosophie bei The Walking Dead“ wird die These vertreten, dass der aktuelle Hype um Zombies Ausdruck der Angst der bürgerlichen, gebildeten Mitte vor dem Chaos ist.

(siehe auch Zombies und Ostdeutsche)

 

Sonnenwende

An einem Sonnenwendfeuer auf einem Hügel mit Blick auf Halle saßen Leute. Sie sangen:

Erde meine Mutter, Himmel mein Vater.
Feuer, Erde, Wasser und Luft.Ich bin.

Mir wuselt der Vorspann von BigBangTheory durch den Kopf und Carl Sagans Pale Blue Dot. Der Urknall, Mathematik und Logik. Aristoteles, Kant, Wittgenstein, Newton, Russell. Physik, Chemie, Biologie,…

Urknall mein Vater, Evolution meine Mutter.
Wasserstoff und Sternenstaub.
Milliarden Jahre Leben.
Ein paar Tausend Jahre Menschheitsgeschichte.
Ich bin.

Das erste Lied soll sich auf Zeiten beziehen, in denen die Grenzen des Wissens mit den Grenzen der sinnlich erfahrbaren Welt zusammenfielen. Die Grenzen des Wissens heute, haben uns in Bereiche geführt, die nicht mehr sinnlich erfahrbar sind. Welchen Einfluss das wohl auf unsere Spiritualität hat.

Was ist der Mensch?

Was ist Wasser?

Frag einen Ertrinkenden, frag eine Verdurstende, frag einen Chemiker, frag eine Biologin, frag eine Forelle im Bach, frag einen Eisbär und eine Giraffe, lies im Lexikon nach, nimm ein Bad, gieße dir kochendes Wasser über den Körper, laufe barfuß durch den Schnee, trinke Wasser, Blut, Wein, sieh in die Wolken und den Regenbogen…

Was ist der Mensch?