Archiv der Kategorie: Gedöns

Von einer Katastrophe zur nächsten

so sah es ein Kindertrickfilm von 1982:


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Rosa Luxemburgs Schmerz um die Welt

Joanna Macy und Rosa Luxemburg hätten vielleicht zusammengepasst:

Gestern las ich über die Ursache des Schwindens der Singvögel in Deutschland: es ist die zunehmende rationelle Forstkultur, Gartenkultur und der Ackerbau, die ihnen alle natürlichen Nist- und Nahrungsbedingungen Schritt für Schritt vernichten. Mir war es so sehr weh. Dieses Bild des stillen unaufhaltsamen Untergangs dieser wehrlosen kleinen Geschöpfe schmerzt mich so, dass ich weinen musste.
Rosa Luxemburg

Shifting Baselines vor 100 Jahren

Hexen und Vaterlandsverräter

Damals als die Existenz des Teufels ein gesamtgesellschaftlicher Konsens war und alle an Gott glaubten, wurden immer mal Hexen verbrannt. Das erscheint uns heute ziemlich barbarisch und unaufgeklärt.

Heute, wo die Existenz von Gender, Familie und Nation gesamtgesellschaftlicher Konsens ist und alle an den Kapitalismus glauben…

Wer darf revolutionieren?

Die Printausgabe des MZ-Beitrags „Stich ins Wespennest“ beginnt etwas anders als die Onlineversion:

Mit seinen 95 Thesen setzte Luther einen bis heute andauernden Diskurs in Gang: Die gesellschaftlichen Verhältnisse müssen immer wieder neu in Frage gestellt werden.

Und mir stellt sich die Frage: Wer wird dafür gefeiert, dass er die gesellschaftlichen Verhältnisse in Frage stellt und wer wird dafür verteufelt?

Isolation und Gemeinschaft

wieder zwei Fundstücke, die gegen Isolation und Kleinfamilie wettern:

Ein DLF-Feature „Selbstwert oder gelernter Hass – Wie uns die frühe Kindheit prägt“ breitet sehr schön aus, wie sinnvoll eine gewaltfreie, die Bedürfnisse des Kindes achtende Erziehung ist. Und kommt zu der ernüchternden Erkenntnis, dass das in in einer Kleinfamilie nicht zu schaffen ist und unter den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen zu chronischer Erschöpfung der Eltern führt.

Und Remo Largo, ein Schweizer Kinderarzt, hat ein Buch über Erwachsene geschrieben: „Das passende Leben. Was unsere Individualität ausmacht und wie wir sie leben können“ In einem Interview über dieses Buch heißt es:

… Welches Grundbedürfnis kommt in unserer Gesellschaft oft zu kurz?

Geborgenheit und soziale Anerkennung. Wir Menschen haben während 200 000 Jahren in Lebensgemeinschaften gelebt, in denen man sich gut kannte und aufgehoben fühlte. Wir sind nicht dafür gemacht, in einer anonymen Massengesellschaft zu leben. Wir brauchen eine stabile, tragfähige Lebensgemeinschaft um uns. Die Kleinfamilie genügt dafür nicht.

… Das Problem ist einfach, dass wir Menschen soziale Wesen sind, wir können nicht alleine leben. Unser Bedürfnis nach Geborgenheit, nach sozialer Anerkennung ist so elementar wie der Hunger.

Ihre Lösung dafür ist die Lebensgemeinschaft etwa in Mehrgenerationenhäusern. Das klingt utopisch.

Der moderne Mensch hat während 200 000 Jahren ausschliesslich in Lebensgemeinschaft vertrauter Menschen gelebt. Heutzutage geht es immer mehr Kindern und Alten schlecht und jene in der Mitte, vor allem Eltern müssen sich unglaublich abstrampeln, weil sie glauben, alles alleine stemmen zu müssen. So kann es ja nicht mehr weitergehen.

Verklären Sie da nicht etwas die vergangenen Zeiten, als Kinder in Grossfamilien aufwuchsen mit vielen Tanten und Geschwistern?

Eine Lebensgemeinschaft, wie sie mir vorschwebt, ist kein Vergnügungspark. Die Menschen haben Pflichten, etwa sich gemeinsam um die Kinder und die Alten zu kümmern. Sich um einander zu sorgen, schafft tragfähige Beziehungen.

Damals, im 19. Jahrhundert, richtete der Kapitalismus die Menschen offensichtlich physisch zu Grunde. Alternativen richteten sich darauf, dieses Problem zu lösen: „Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum braucht er was zu Essen bitte sehr…“

Jetzt wird immer deutlicher, dass der Kapitalismus auch der Seele schadet. Nur dass dieses Problem schwieriger ist. Mit Verhungernden geht es nicht. Aber die/wir seelisch Verkrüppelten sind genau das Personal, das den Laden am Laufen hält.